Was ist eine Bieterrunde?

Eine Bieterrunde ist eine Methode zur fairen und solidarischen Finanzierung des Solawi-Betriebs.

Die Solawi produziert Gemüse und Getreide für einen festgelegten Zeitraum – normalerweise jeweils ein Jahr. Die Produktionskosten der Solawi werden gemeinschaftlich von den Mitgliedern getragen. Dazu wird ein Jahresbudget veranschlagt.

Die Bieterrunde ist ein Verfahren, um dieses Jahresbudget zu decken und dabei die unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten der Mitglieder zu berücksichtigen und die Finanzierung der Solawi von der Entnahme der Güter zu entkoppeln – die sogenannte „Ökonomie des Teilens“.

Dazu wird zu Beginn eines neuen Wirtschaftsjahres das geplante Jahresbudget transparent und für alle nachvollziehbar vorgestellt,

In unserem Fall, also zum Start der neuen Solawi im August 2021 sieht das konkret so aus:
Wir werden im Sommer erste Geräte anschaffen und Saatgut kaufen. Dazu haben wir einen Betrag von 6000 Euro einkalkuliert, wobei wir großzügig gerechnet haben.

Das Geld, was wir dieses Jahr möglicherweise nicht verwenden, wird im Jahr 2022 in der Planung berücksichtigt.
Wenn wir 35 mitbietende Leute sind, müsste jeder einzelne ca. 30 Euro im Monat aufbringen, um diesen Betrag zu erreichen.


Jedes Mitglied gibt im Prozess der Bieterrunde (verdeckt und anonym) ein Gebot ab. Dieses Gebot ist eine verbindliche Zusage, mit dem jeweiligen Monatsbeitrag die Solawi-Kosten für ein Jahr (im laufenden Jahr 2021: für ein halbes Jahr) mitzutragen.

Jeder und jede, die mitbietet, tut das nach seinen oder ihren finanziellen Möglichkeiten. Die, die viel geben können, können großzügig sein – die, die nur wenig haben, nehmen mit einem kleineren Betrag ebenfalls teil – und alle anderen geben einfach, was sie gut geben können.

Wieviel Gemüse jeder und jede hinterher entnimmt, ist unabhängig von dem eingezahlten Beitrag. Viele – auch große – Solawis funktionieren übrigens schon viele Jahre nach diesem Prinzip und machen gute Erfahrungen.

Kommt das Budget in der ersten Runde nicht zusammen, ist eine zweite Gebotsrunde erforderlich. Wenn auch danach keine Deckung zustande kommt, wird entweder eine dritte Bieterrunde mit einer einheitlichen Aufstockung der Gebote durchgeführt oder ggf. das Budget noch einmal überarbeitet.



Die Natur beschenkt uns reich

… oder wir pressen wie die Wilden …

Nun haben wir uns schon zum 4. Mal zum Ernten und Pressen getroffen und ganz viel Saft eingekocht. Wir sind sehr glücklich, dass die Natur es so gut mit uns meint.

Außer dem Saft gibt es natürlich auch Apfelkuchen, Apfelmus, Birne-Zimt-Marmelade, Dörrobst, …. und Apfel einfach so.

Da noch immer reichlich Äpfel an den Bäumen hängen geht es in den nächsten Wochen weiter …

Die Obsternte ist da

… nun ist es soweit und wir können die Früchte unserer Arbeit ernten. Kirschen, Pflaumen und Mirabellen sind schon reif und wurden auch schon geerntet. Die Birnen und Äpfel folgen und am 5.9. wird zum ersten mal Saft gepresst.

Die Wiese ist gemäht und die Pferde haben Heu satt

Wir haben einen Bauern gefunden, der das passende Gerät hat für uns die Wiese zu mähen, zu wenden und zu Ballen zu pressen. Unsere Nachbarin hat das Heu nun eingelagert und freut sich über genügend und gesundes Futter für ihre Pferde.

Die Baumscheiben und andere stehengebliebene Grasreste haben wir dann in Eigenarbeit gemäht und gemulcht und uns an den schon reifen Kirschen und Johannisbeeren erfreut.

Das Gras steht hoch

Nach dem Schneiden der Bäume, haben wir die Wiese den Bodenbrütern und anderen Tieren überlassen, damit die „Kinderstuben“ ausreichenden Schutz  durch das hochgewachsene Gras bekamen.
Nun wollen wir aber wieder ran und unserer „Nachbarin“ mit Heu helfen. Ein Bauer wird in den nächsten Tagen mähen und das Heu für die Pferde in Ballen pressen.
Danach werden die Baumscheiben frei geschnitten und das erste mal in diesem Jahr gemulcht.